Zum 100. Geburtstag von Willy Brandt

Geschichte


Foto von Willy Brandt, Quelle: AdsD der Friedrich-Ebert-Stiftung

Der bedeutendste sozialdemokratische Bundeskanzler und Vorsitzende der SPD wurde am 18.12.1913 in Lübeck geboren.
Seine Mutter, eine Verkäuferin, war zu diesem Zeitpunkt 19 Jahre alt. Schon im Alter von 16 Jahren trat er der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) bei. Wenig später trat er in die SPD ein, wechselte aber schon 1931 zur Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP), die sich von der SPD abgespalten hatte, und wurde der Vorsitzende ihrer Jugendorganisation in Lübeck. Nach seinem Abitur 1932 arbeitete er als Volontär in einer Schiffsmaklerfirma.
Unter dem Kampfnamen Willy Brandt ging er nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im April 1933 nach Norwegen ins Exil. Er engagierte sich europaweit im Widerstand und trat wieder in die Exil-SPD ein. Kehrte 1946 nach Berlin zurück. Er ließ sich unter dem Namen Willy Brandt 1947 in Deutschland wiedereinbürgern.
In Berlin prägent war die Zeit als Regierender Bürgermeister von 1957 bis 1966. Er handelte u.a. das erste Passierscheinabkommen zum Besuch des Ostteils der Stadt durch West-Berliner nach dem Mauerbau 1961 aus. Diese Politik der Verständigung und Annäherung setze er als Außenminister ab 1966 und Bundeskanzler ab 1969 mit seiner Ostpolitik fort. Nach dem Rücktritt 1974 widmete er sich intensiv entwicklungspolitischen Fragen und trat weltweit für Frieden, Menschenrechte und sozialen Ausgleich ein. Er starb in Unkel bei Bonn am 8.10.1992.