FLÜCHTLINGE IN BERLIN: DATEN UND FAKTEN

Berlin

Seit dem Zweiten Weltkrieg waren nicht mehr so viele Menschen auf der Flucht wie im Moment. Weltweit haben 51 Millionen Menschen aufgrund von Gewalt, Hunger und Verfolgung ihre Heimat verlassen. Wer fliehen muss, tut dies nie freiwillig. Auch in Berlin spüren wir, dass in vielen Teilen der Welt Kriege herrschen. Im vergangenen Jahr hat Berlin rund 12.000 Flüchtlinge aufgenommen. Unterbringung, Versorgung und die Schaffung von Perspektiven – das alles stemmt unsere Stadtverwaltung, aber auch die Berlinerinnen und Berliner helfen wo sie können. Bei vielen kommen Fragen auf. Auf die häufigsten geben wir hier Antwort:

„Kann Deutschland die Aufnahme all dieser Flüchtlinge überhaupt schaffen?“

Berlin nimmt 5 Prozent der Flüchtlinge auf, die nach Deutschland kommen. Viele Flüchtlinge, die in Berlin registriert werden, finden schließlich in anderen Bundesländern Unterkunft. Aber: Nur ein kleiner Teil der Flüchtlinge schafft es nach Europa. Ein Großteil ist in den eigenen Ländern auf der Flucht oder hat sich in die Grenzregionen der Nachbarländer gerettet. Allerdings: Anfang der neunziger Jahre hat Deutschland im Zusammenhang mit dem jugoslawischen Bürgerkrieg erheblich größere Flüchtlingsströme erfolgreich bewältigt.

„Wo kommen die meisten Flüchtlinge eigentlich her?“

Einer der brutalsten Bürgerkriege tobt seit Jahren in Syrien. Rund vier Millionen Syrer haben ihr Land aus Angst vor Terror und Verfolgung verlassen müssen, weitere rund fünf Millionen sind innerhalb des Landes auf der Flucht. Auch in Eritrea, Afghanistan und dem Irak gibt es nach wie vor schwere politische und religiöse Konflikte.

„Was bekommen die Flüchtlinge vom Land und ist das überhaupt gerecht?“

Viele Geflohene kommen mit kaum mehr als ihren Kleidern am Leib bei uns an. Ihnen fehlt es an allem. Das Land Berlin organisiert ein Dach über dem Kopf und stellt eine Grundversorgung sicher. Viele Berlinerinnen und Berliner helfen mit Sach- und Kleiderspenden. Kinder werden so schnell wie möglich in Kitas und Schulen auf- genommen. Erwachsene Flüchtlinge nehmen an Sprach- und Integrationskursen teil.

„Auch Deutsche suchen Arbeit. Wird das nicht zum Problem?“

Noch nie hatten mehr Menschen in Deutschland Arbeit als heute. Aufgrund des demografischen Wandels in Deutschland brauchen wir gerade auch Menschen aus Nicht-EU-Ländern. Asylsuchende und Flüchtlinge müssen schnellstmöglichst in das Bildungswesen und den Arbeitsmarkt integriert werden. Das ist auch eine Lehre aus dem Flüchtlingsströmen der neunziger Jahre: Wer für seinen Lebensunterhalt selbst sorgen kann, sollte dazu auch die Möglichkeit bekommen.

„Ist das deutsche Asylrecht nicht manchmal zu lasch?“

Das deutsche Asylrecht hat klare Regeln und Restriktionen. Nur wer verfolgt wird und um Leib und Leben fürchten muss, darf hier für eine bestimmte Zeit bleiben, bis er wieder sicher in seine Heimat zurückkehren kann. Armut ist kein Asylgrund in Deutschland.

„Warum wird die Bevölkerung nicht gefragt, wenn Flüchtlingsheime gebaut werden?“

Der Staat hat die Pflicht hoheitliche Aufgaben zum Wohl der Menschen wahrzunehmen. Dabei muss er zwischen den Bedürfnissen einzelner Gruppen abwägen. Beim Bau von Wohncontainerdörfern für Flüchtlinge musste das Land zwischen den notwendigsten Bedürfnissen der Flüchtlinge ohne jede Bleibe und den Inte- ressen der Anwohner abwägen. Die Art und Weise des Vorgehens, die Anwohnerinnen und Anwohner nicht oder spät zu informieren, wird auch von der SPD kritisiert. An der Notwendigkeit ändert sich jedoch nichts. Die Wohncontainer haben eine Mindestlebensdauer von 10 Jahren, sie sind schnell fertig, rückbaubar und auch für andere Zwecke wiederverwendbar (z.B. für Wohnungssuchende oder Studierende). Diese neuen „Wohndörfer“ sind eine Notlösung, aber sie schaffen eine warme Unterkunft für traumatisierte Flüchtlinge und belasten nicht den angespannten Wohnungsmarkt.