Zum 50. Todestag von Erich Ollenhauer

Geschichte


Foto von Erich Ollenhauer, Quelle: AdsD der Friedrich-Ebert-Stiftung

Wer in Reinickendorf wohnt, benutzt die Ollenhauerstraße zum Kurt-Schumacher-Platz häufig.
Aber wer war eigentlich Erich Ollenhauer?
Erich Ollenhauer war ab April 1933 Mitglied im Parteivorstand der SPD. Im Mai 1933 emigrierte er wie viele Sozialdemokraten nach
Prag - später nach Frankreich und London -, von wo er die Partei im Exil mitorganisierte.
Im Jahre 1946 wählte ihn die SPD-Konferenz in Hannover zum zweiten Vorsitzenden.
Nach dem Tode von Kurt Schumacher wurde er 1952 Vorsitzender der SPD und Fraktionsvorsitzender der Fraktion im Deutschen Bundestag.
Ollenhauer war es, der die Entwicklung der SPD zur Volkspartei bis hin zum Godesberger Programms vorangetrieben hat. Den Ollenhauer-Plan legte die SPD 1957 vor. Er sah vor, an Stelle der Militärbündnisse in Ost und West ein europäisches Sicherheitssystem mit einem wiedervereinigten Deutschland als gleichberechtigtem Partner zu schaffen. Der Regierende Bürgermeister von Berlin - Willy Brandt - schlug ihn zum Kanzlerkandidaten der SPD vor. Erich Ollenhauer stimmte zu.
Am 9. September 1963 wurde er zum 1. Vorsitzenden der Sozialistischen Internationalen gewählt. Wenige Monate später am 14. Dezember 1963 starb er nach einer langen Krankheit.